Ein etwas anderer Blick auf die Krise und ihre Ursachen

Was sind die Ursachen für die gegenwärtige Krise? Seit ihrem Ausbruch 2007/08 werden die gleichen Erklärungsversuche bemüht. Sinngemäß lauten sie etwa so: Individuelles Fehlverhalten einzelner Personen oder Gruppen haben erst zu ihrer Entstehung, dann zu ihrer Ausbreitung und schließlich zu ihrer Verschärfung geführt. Mal sind die gierigen Banker, mal die faulen Südeuropäer und ein anderes Mal die von der Hyperinflation der Zwanziger Jahre traumatisierten Deutschen an der Misere schuld. Kapitalismus, so der Tenor, kann nur funktionieren, wenn sich die Wirtschaftssubjekte an die Spielregeln halten.

Tomasz Konicz bietet in seinem Artikel für Telepolis Wer ist schuld am Krisenausbruch? (der Text ist schon etwas älter aber keineswegs eingestaubt) einen anderen Blick auf die Gemängelage. Für ihn kam es zu dieser Krise gerade weil sich die Akteure buchstabengetreu an das kapitalistische Drehbuch hielten, das da heisst: Streben nach Gewinnmaximierung. Und das machen sie gut, zu gut.

Seine Thesen im Überblick (grob vereinfacht):

  • Der Arbeitsgesellschaft (sprich: die Realwirtschaft) geht die Arbeit aus,
  • Wir produzieren immer effizienter immer mehr Güter die wir weder brauchen noch bezahlen können,
  • Die Finanzwirtschaft hat durch die Erfindung innovativer Finanzprodukte die unausweichliche realwirtschaftliche Krise nur hinausgezögert nicht aber verursacht.

Essenz: Schuld ist niemand. Es musste so kommen. Ein zumindest bedenkenswerter Ansatz.

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